HaK wird „Soziokulturelles Zentrum des Monats“

Unterstützung aus der Hauptstadt

Bundesverband Soziokultureller Zentren

Die in Berlin ansässige und bundesweit arbeitende Bundesvereinigung soziokultureller Zentren e.V. hat das Bad Segeberger Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg, kurz HaK zum „Soziokulturellen Zentrum des Monats“ erwählt. Sie wird es einen Monat lang im Internet auf der Startseite der Vereinigung an hervorragender Stelle präsentieren und selbstverständlich zur Homepage des HaK-Trägervereins in Bad Segeberg verlinken.

Diese Aktion bringt Aufmerksamkeit und belegt die Solidarität in Zeiten eines Überlebenskampfes, den das HaK aktuell bestehen muss. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, nach zehn Jahren des Aus- und Aufbaus des am Innenstadtrand gelegenen selbstverwalteten Jugendkulturzentrums, klagt die Eigentümerin des Gebäudes, die Kreisstadt Bad Segeberg, auf Räumung des Gebäudes. Der Kündigung wird von Seiten des Trägervereins gleich aus mehreren Gründen widersprochen. Weder wurde dazu der Kinder- und Jugendbeirat gehört, was zur Rechtswidrigkeit der Entscheidung führt, noch haben Vertragsverhandlungen über einen neuen Vertrag stattgefunden, zu der die Stadtvertretung die Verwaltung aufgefordert hatte.

Zusätzlich hat die Stadt „in verbotener Eigenmacht“ – so Rechtsanwalt Ulrich von Coler, der den HaK-Trägerverein vertritt, den Anschluss des Gebäudes an das öffentliche Stromnetz kappen lassen. Zuvor hat sie schon einen Heizungsdefekt mit anschließendem Wasserrohr-Frostschaden nicht repariert. Seitdem trotzen die jungen Leute dieser „Wildwest-Manier der Stadt“ (RA von Coler) und vergnügen sich in Ihrer Freizeit eben mit Akkustikmusik und Kerzenlicht allerdings bei ordentlicher Kälte im Gebäude. Gelegentlich sorgen Generatoren für Strom und ermöglichen elektrisches Licht und echte RAP-Atmosphäre.

Und keineswegs ist „Winnetou allein zu Haus“, wie die TAZ jüngst formulierte. Ermutigt fühlen sich die Jugendlichen durch eine Menge Solidarität, die sie zurzeit erfahren. Ein Bürgerbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheides zum Erhalt des Gebäudes wurde angeschoben und verwehrt der Stadt – so die Forderung der Kommunalaufischt des zuständigen Kreises Segeberg – den schon geplanten Abriß. Ein auf überörtlicher Ebene arbeitender Arbeitskreis Jugendkultur hat seine Solidarität bekundet und die Stadt aufgerufen Ihren Beitrag zum Erhalt dieses ehrenamtlich organisierten Angebots zu leisten.

Und die Solidarität bleibt keine Sprechblase. Jeden Mittwoch, noch vor den regelmäßigen Plenumstreffen der HaKis, treffen sich jetzt die Unterstützer in einer Koordinierungsgruppe. Und die ersten Treffen fanden umhüllt von Mantel und Schal, bei mitgebrachtem Kaffee und Kuchen, auch im Zentrum statt. Solidarität einmal ganz praktisch: In Bad Segeberg durch schlichtes Mitmachen auch ohne Strom und in Berlin eben durch die Präsentation auf der Homepage-Startseite. Auch in Deutschland sind Solidarität und Protest per Internet organisierbar.

Dank den Berlinern!