Archiv für Mai 2012

Kampagnenstart mit Straßentheater und Musik

Am Samstag den 12. Mai führte eine Kooperative, bestehend aus dem Freiraumplenum Schleswig-Holstein, das sich aus Aktivist_Innen verschiedener Jugendzentren des Landes zusammensetzt, und dem Jugendzentrum Hotel am Kalkberg in Bad Segeberg die Auftaktveranstaltung einer Solidaritätskampagne für das HAK durch.

Die landesweite Kampagne umfasst unter Anderem einen Aufruf, der bereits jetzt von vielen verschiedenen Unterstützer_Innen unterzeichnet wurde (siehe Unterzeichner_innen). Außerdem soll es in naher Zukunft Veranstaltungen wie Konzerte, Informationsveranstaltungen zur aktuellen Situation des HAK und Demonstrationen in verschiedenen Städten Schleswig-Holsteins geben.

Durch landesweite Solidarität soll eine Räumung des HAK abgewendet und die Stadt wieder zu Verhandlungen angeregt werden, so Florian Winter, Aktivist des Freiraumplenum Schleswig-Holstein.

Die heutige Auftaktveranstaltung fand nahe des Marktplatzes in der Segeberger Innenstadt statt. „Durch eine kreative und bunte Aktion sollte den Bürger_innen die Notwendigkeit des Bestehens eines selbstverwalteten Jugendzentrums in Bad Segeberg aufgezeigt werden, was nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Kulturlandschaft Segebergs wichtig ist“ sagte Paula Marxen, HAKlerin. Neben dem Verteilen des Aufrufes der Kampagne und der akustischen Musikbegleitung, war ein Straßentheaterstück Hauptteil dieser Aktion. Das Stück behandelte die aktuelle Situation des HAK und zeigte die Folgen einer möglichen Räumung auf.

Die Veranstalter_Innen empfanden die Aktion als gelungen und freuen sich über die viele positiven Rückmeldungen der Bürger_Innen. „Wir sind gespannt auf den weiteren Verlauf der Kampagne, sowie die Reaktion der Stadtvertreter_Innenversammlung.“ äußerte sich Florian Winter.

Stay HaK! – Aufruf zur landesweiten Soli-Kampagne

Stay HaK! Oder 10 Jahre sind noch lange nicht genug!

Selbstverwaltung, Basisdemokratie, Konzerte, Ausstellungen, Politik, all das und noch vieles mehr bietet das Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg („HaK“) in Bad Segeberg seit über 10 Jahren allen Mitwirkenden und Interessierten. Doch ebendiese Selbstbestimmung und vor allem Selbstverwirklichung von Jugendlichen scheint Bürgermeister Schönfeld ein Dorn im Auge zu sein!

Aber lasst uns erst einmal einen
kleinen Blick auf die Geschichte werfen…

Nachdem das „HaK“ als alternatives Kulturgebäude gewonnen werden konnte, fingen die Jugendlichen an in liebevollster Arbeit die historischen Balken freizulegen und abzuschleifen, den Tresen einzubauen, die Wände neu zu verputzen und zu streichen, sowie in mühevoller Arbeit dekorative Elemente wie Scheinwerfer, Lautsprecher und Mosaike anzubringen. Hinzu kamen bauliche Veränderungen wie Schallschutzwände, ein doppelter Stromkreislauf, eine Zu- und Abluftanlage sowie die Einrichtung eines funktionsfähigen Konzertraumes. Hier und da erhielten die Jugendlichen Unterstützung von gelernten Elektrikern, Maurern, Tischlern und Zimmerergesellen.

Und dies alles ehrenamtlich!

Schon damals zeigte sich die Stadt Bad Segeberg bedeckt, aber stellte immerhin zweckgebundene Mittel zur Verfügung.

Doch was hat sich geändert?

Bereits seit 2008 ist dem Verein eine große finanzielle Stütze, die Durchführung von gewinnbringenden „Großveranstaltungen“, untersagt worden. Die Stadtvertreter_innen sagten jedoch im gleichen Atemzug zu, die entstanden Ausfälle zu erstatten. Dass mit diesem „Angebot“ jedoch nur gemeint war die laufenden Kosten zu erstatten, war zu keiner Zeit ersichtlich. Da nun kaum Rücklagen für anfallende Reparaturen, Baumaßnahmen sowie Anschaffungen vorhanden waren, fehlte es zunehmend an Geld. Dem Projekt wurden systematisch die Mittel entzogen und nun konnte Herr Bürgermeister Schönfeld den Jugendlichen vorwerfen, dass das Hotel »heruntergewirtschaftet ist« und es insgesamt von »Vandalismus und Disziplinlosigkeit« geprägt sei. Einigen von den Aktivist_innen wurde bereits jetzt klar, dass viele Auseinandersetzungen mit der Stadtvertreter_innenversammlung folgen würden.

Hinweise darauf, dass die Zusammenarbeit mit der von der Stadt eingesetzten Sozialarbeiterin vorzüglich klappt, sowie solche, dass Probleme mit der Heizungsanlage bestehen, für deren Reparaturen aus bekannten Gründen kein Geld zur Verfügung stand, wurden vom Beirat (bestehend aus Anwohnern, Polizei, Stadt und Mitgliedern des HaKs) scheinbar schlichtweg ignoriert. So behauptet Bürgermeister Schönfeld weiterhin, dass angeblich von ihm angebotene Hilfe nicht angenommen werden würde… Ein Vorstandsmitglied sagt jedoch, dass die Beiratssitzungen gegen Ende nur darin bestanden »uns zu sagen, was wir alles falsch machen. «

Was Herr Schönfeld von den Jugendlichen (»junge Erwachsene, die nichts auf die Reihe kriegen«) und deren Engagement hält, lässt sich in Kombination mit dem ebenfalls von ihm verlorenem Satz relativ leicht rekonstruieren: Nichts anderes »als Zeitverschwendung, mich mit solchen Leuten auseinanderzusetzen«.

Dass der derzeitige Mietvertrag, sowie ein Beschluss der Stadtvertreter_innenversammlung vom 3.2.2009, eine Option für ein gleichwertiges Ersatzgebäude vorsieht scheint dem Bürgermeister aus Versehen abhanden gekommen zu sein!

Auch wenn die Gespräche, in Form einer „inoffiziellen“ Beiratssitzung, immer fruchtloser wurden, betonten die Verantwortlichen des „HaK“: „Unser Ziel sind weiterhin konstruktive Verhandlungen mit der Stadt und dem Bürgermeister“.

Zwischenzeitlich gab es am 26.11.2010 eine Demonstration mit über 300 Teilnehmern die lautstark auf die Situation des Jugendzentrums aufmerksam machte und die Gesamtsituation der Jugendlichen erneut in das Alltagsbild der Städter rücken ließ.

Zum Neujahrsempfang 2011 nahm Bürgermeister Schönfeld noch dankend den Blumenstrauß und die Wünsche für ein erfolgreiches Jahr 2011 vom Vorstand des „HaK’s“ entgegen um nur wenige Tage später den Boden vor dem Gebäude aufzureißen und die Stromleitung zum Gebäude kappen zu lassen! Doch auch durch diese Maßnahme lassen sich die Aktivist_innen nicht abschrecken, sondern versuchen das Beste aus der Situation zu machen, frei nach dem Motto: „Ihr kriegt uns nicht klein. Und nehmt ihr uns den Strom, machen wa‘ halt Musik im Kerzenschein!“

Was bringt denn das „HaK“?

Das ehemalige Hotel ist nicht nur ein Ort für Jugendliche, den sie unter der Woche und am Wochenende nutzen können, es ist vielmehr auch integraler Bestandteil der politischen Teilhabe, die sich aktiv gegen Faschismus, Rassismus und Diskriminierung einsetzt.

Hier lernen Jugendliche sich selber zu entfalten und zu verwirklichen. Darüber hinaus auch aus dem bestimmenden Alltag auszubrechen und aktiv alternative Freizeitmöglichkeiten selber zu gestalten. Denn in einer Stadt, in der die Jugend immer kürzer treten muss und ihnen immer mehr Möglichkeiten genommen werden ihre Freizeit zu gestalten, ist es umso wichtiger Alternativen zu schaffen und zu erhalten!

Aber nicht nur die Ungerechtigkeit von Seiten der Stadt und des Bürgermeisters lässt uns aufbegehren! Es ist ebenso demokratische Emanzipation und Teilhabe die uns dazu bringt etwas gegen diese Willkür, mit der über unsere Köpfe hinweg über unsere Zukunft entschieden wird!
Bad Segeberg ist eine junge Stadt und die Jugend muss gefördert werden! Denn ohne Jugend sehen wir alt aus!

Der geplante Abriss des Jugendzentrums ist eine weitere Manifestation der Sozial- und Kulturkürzungen die sich auf alle Bereiche der Gesellschaft erstrecken. Immer mehr Geld fließt in die Wirtschaft, statt dorthin wo es wirklich nötig und nachhaltig ist! Mit einer Politik, die glaubt einen größeren Nutzen aus der kapitalistischen Verwertung als aus kultureller Vielfalt ziehen zu können, kann und darf es nicht weitergehen!

Wir fordern einen neuen Vertrag,
der eine Nutzung des derzeitigen Gebäudes so lange zulässt,
bis gemeinsam eine angemessene Alternative gefunden wurde!

Wir fordern, dass die Stadt endlich ihre Zusagen
einhält und die entstandenen Kosten übernimmt!

Grundvoraussetzung ist und bleibt die Selbstständigkeit
des Vereins sowie die Aufhebung des „Großveranstaltungsverbot“!

Es geht nicht nur um ein Gebäude,
sondern auch um die Jugendlichen darin!

Solidarität mit unabhängiger Jugendarbeit!
Solidarität mit dem „HaK“!

Aktuelle Infos:

stayhak.blogsport.de | hak.blogsport.de

Soli-Erklärung des Autonomen Frauenhauses Neumünster mit dem Hotel am Kalkberg (HaK)

Im Autonomen Frauenhaus Neumünster haben Frauen und Kinder einen Raum, an dem sie Schutz vor erlebter Gewalt finden. Wir, das heißt die Mitarbeiterinnen, begleiten und unterstützen diese Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Oftmals haben diese Frauen und manchmal auch deren Kinder ihr Selbstvertrauen und ihren Lebensmut verloren.

Das Autonome Jugendzentrum in Bad Segeberg ist ein guter Ort damit jungen Frauen solche Schicksalsschläge möglicher Weise in Zukunft erspart bleiben. Mädchen und Jungen gestalten dort ihre Freizeit selbstbestimmt und herrschaftsfrei. Sie erleben, was es heißt, gemeinsam an einem Traum zu arbeiten. Sie können sich über Erfolgserlebnisse freuen, müssen aber auch mit Schwierigkeiten oder sogar Rückschlägen zurecht kommen. Das Haus ist eine Schule für das Leben nur ohne offiziellem Lehrplan.

Diese engagierten Jugendlichen bilden eine Alternative zum hirnverbrannten flatrate-saufen, Drogenmilieu und dem Abgleiten in die Nazi- Szene. Bad Segeberg könnte froh über dieses gelungene Projekt und damit sogar Vorbild für andere Städte sein.

Darum muß das HaK erhalten bleiben!

Autonomes Frauenhaus Neumünster

Jugendkultur abschieben?!?

Das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg soll geschlossen und abgerissen werden. Eine Alternative wird von Seiten der Stadt nicht in Aussicht gestellt. Damit würde nach dem ersatzlosen Abriss der Skateranlage am Großen Segeberger See ein weiterer wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche in Bad Segeberg weg fallen.

Auf der anderen Seite werden Millionen von Euro in Projekte gesteckt die lediglich dem Tourismus (Noctalis) oder dem Prestige (neue Seepromenade) dienen. Wir sagen nicht dass diese Investitionen, auch wenn nicht kostendeckend, grundsätzlich falsch sind. So ermöglicht beispielsweise der Stadtbus vielen alten oder sozial benachteiligten Menschen eine gewisse Mobilität. Dennoch sollte auch Geld für die durch freie Träger und/oder ehrenamtliche Arbeit geförderte Jugendkulturarbeit bereit gestellt werden.

Es geht uns nicht darum das Hotel am Kalkberg (HaK) auf biegen und brechen am jetzigen Standort zu erhalten, sondern langfristig eine verbindliche Perspektive für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum in dieser Stadt zu finden und umzusetzen.

Denkbar wäre eine zum Beispiel eine örtliche Verbindung von Jugendkulturzentrum, Skateranlage und legalen Graffiti-Flächen. Bei der Planung dieses Projektes müssten selbstverständlich Trägerschaft, Finanzierung, Anwohner, Nutzungskonzept und nicht zuletzt die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen berücksichtigt werden, um so einen Ort zu schaffen an dem verschiedene kulturelle, künstlerische und sportliche Aktivitäten ausgeübt und aktiv mitgestaltet werden können.

Alle die ein solches Projekt entwickeln und fördern wollen, sollten sich in Eigeninitiative zusammenschließen um so unsere Stadt für jung und alt schöner und lebenswerter zu machen.

Also, packen wir es an!

Kontakt: jugendse@gmx.de und 0157/82280159

Für mehr Jugendkultur in jeder Stadt!

Vor einem Jahr hat sich das Freiraum-Plenum, ein lockeres Netzwerk alternativer Jugendkulturzentren in Schleswig-Holstein, zusammen gefunden. Dieses dient dem Austausch von Erfahrungen, sowie der gegenseitigen Unterstützung.

Die Problematik in Bad Segeberg ist weder örtlich noch historisch einzigartig. Ganz im Gegenteil, viele Jugend- und Kulturzentren stehen und standen vor ähnlichen Problemen wie zur Zeit das HaK.

So wurden beispielsweise 2005 das SZ (Soziale Zentrum) in Norderstedt und das AJH (autonomes Jugendhaus) in Bargteheide geschlossen und abgerissen. Dennoch gelang es den Aktiven Jugendlichen beider Zentren nach kraftvollen Kampagnen und zähen Verhandlungen mit der jeweiligen Stadt neue Häuser zu erhalten und den Betrieb wieder aufzunehmen.

Das gibt uns Hoffnung, wenn auch nicht das alte Gebäude, so aber zumindest die Idee freier Jugendkulturabeit erhalten und dieses Projekt an die nächste Generation weiter geben zu können.

Das Freiraum-Plenum solidarisiert sich mit dem Hotel am Kalkberg (HaK) und startet eine landesweite Kampagne für dessen Erhalt.

Auftaktveranstaltung werden einige kreative Aktionen in der Bad Segeberger Innenstadt sein. Diese werden am Samstag den 12. Mai vor der Volksbank von 09.00 – 13.00 Uhr stattfinden. Alle die sich für Jugendkultur in Bad Segeberg stark machen und/oder über die Kampagne informieren möchten sind herzlich willkommen.