Archiv für Oktober 2012

Marty feat. Doc Sleiwas – Gut so

HaK soll Parkplatz weichen

HaK soll in gut zwei Wochen für Noctalis-Parkplatz abgerissen werden

Bad Segeberg. In gut zwei Wochen soll das Hotel am Kalkberg (HaK) abgerissen werden. Das gab Bürgermeister Dieter Schönfeld gestern auf Anfrage der Segeberger Zeitung bekannt. „Die Übergabe des Gebäudes ist von den beteiligten Rechtsanwälten für den 31. Oktober vereinbart“, erklärt er. Danach solle das Haus, in dem seit Jahren ein selbstverwaltetes Jugendzentrum untergebracht ist, „schnellstmöglich“ entfernt werden.

Erstmals kündigte Schönfeld an, was mit der städtischen Fläche geschehen soll: Nach dem Abriss soll dort ein Parkplatz für das Fledermauszentrum Noctalis entstehen. „Das Noctalis hat ja am Kalkberg keine Parkplätze“, sagt der Bürgermeister. Das Fledermauszentrum liegt unmittelbar am Kalkberg und ist nur zu Fuß erreichbar. Das HaK-Gelände soll laut Schönfeld mit sogenannten wassergebundenen Steinen gepflastert werden. Besucher der Karl-May-Spiele und der Konzerte im Freilichttheater könnten die Parkflächen bei Bedarf ebenfalls nutzen. Der schnellste Weg der Besucher führt von dort durch die Oberbergstraße.

Schönfeld kann sich aber auch vorstellen, die HaK-Fläche regulär in die Parkraumbewirtschaftung einzubeziehen. Ein Verkauf des Areals in letzter Sekunde an einen Privatmann, dessen Interesse von der engagierten HaK-Unterstützerin Magret Bonin kundgetan wurde, lehnt der Verwaltungschef ab. „Es ist doch ein aberwitziges Verfahren, dass ein unbekannter Käufer bei Frau Bonin ein Angebot für ein städtisches Gebäude abgibt“, sagt Schönfeld. Am Abriss, für den 40 000 Euro veranschlagt sind, werde sich nichts mehr ändern.

Quelle: Segeberger Zeitung vom 18. Oktober 2012

LN – Leserinnenbrief

Zum Artikel „Schönfeld verkauft das HaK nicht“ vom 13. Oktober und dem wieder aufkeimenden Rechtsextremismus in der Stadt:

In Bad Segeberg, ganz in ihrer Nähe, wird zurzeit ein Stück gewachsener Jugendkultur demontiert – es handelt sich um das Jugendzentrum HaK, welches für viele Heranwachsende in den letzten 13 Jahren ein wichtiger Ort für Kommunikation und Kreativität wurde und viel bedeutete.

Seit mehr als zwei Jahren setzt die Stadtvertretung, an ihrer Spitze Bürgermeister Dieter Schönfeld, alles daran, das Jugendzentrum zu schließen. Mit dem nun beschlossenen Abriss soll das historische Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.

Ebenfalls ganz in ihrer Nähe ist seit einigen Monaten vermehrt neonazistische Präsenz in Form von Plakaten und Stickern, die an Hauswänden und Laternenpfählen kleben, bis zu mehreren Informations- und Propagandaständen mitten auf Bad Segebergs Marktplatz zu beobachten, woran sich kaum jemand zu stören scheint.

Das Jugendzentrum HaK und seine Initiatoren haben sich, trotz grundsätzlicher Offenheit für alle Jugendlichen der Umgebung, immer deutlich gegen Neonazis und andere gewaltbereite, rassistisch orientierte Menschen ausgesprochen. Noch in den 90ziger Jahren, gab es eine aktive Neonaziszene in Segeberg, die sich aber mit der Etablierung des Jugendzentrums HaK zur Erleichterung vieler immer mehr zurück zog.

Seit die Stadtverwaltung den Heranwachsenden des Jugendzentrums deutlich vermittelt, dass Jugendliche ihrer Art in dieser Stadt unerwünscht sind, fühlen sich die Rechten anscheinend erneut eingeladen, in Bad Segeberg aktiv zu werden.

Ist diese Entwicklung von den Segebergern wirklich gewollt?

- Angela Marxen -

Schönfeld verkauft das HaK nicht

Bad Segeberg – Einfach aufzugeben, ist nicht die Sache von Magret Bonin, Sprecherin der Mütterinitiative um das Jugendzentrum Hotel am Kalkberg (HaK). Nach dem letzten Gerichtsurteil (die LN berichteten) und dem Aufschub zur Räumung des Gebäudes bis zum 31. Oktober, habe sich bei ihr nach eigenen Angaben ein Privat-Investor gemeldet, der bereit wäre die Immobilie Lübecker Straße 85 (Hotel am Kalkberg) zu erwerben. Eine entsprechende Mitteilung liege der Stadt bereits vor.

Der Erwerb solle zweckgebunden sein und als Kapital in eine noch zu gründende Stiftung für Jugendkultur und Inklusion in Bad Segeberg einfließen. Bonin lockt damit, dass die Stadt durch die Stiftung zusätzliche Finanzmittel und einen zuverlässigen Förderer von Jugendkultur und Inklusion vor Ort in „PublicPrivatePartnership“ gewinnen könnte. Außerdem würde die Stadt die Abrisskosten von 40.000 Euro sparen.

„Nachtigall, ich hör dich tapsen“ könnte man jetzt vermuten. Aber so leicht lässt sich Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) nicht beeindrucken. „Es ist weder der Name des Investors noch ein Kaufpreis genannt“, sagte Dieter Schönfeld am Rande einer Veranstaltung. Offiziell im Urlaub hat er die Beantwortung des Schreibens von Frau Bonin dem zuständigen Fachbereichsleiter Carsten Immanns übertragen.

Schönfeld stellte trotzdem klar: „Es wird keinen Verkauf des HaK geben. Die Beschlusslage ist eindeutig. Sie lautet auf Abriss. Und genau das wird auch geschehen. Ein Verkauf kommt nicht in Frage.“

Quelle: Lübecker Nachrichten vom 13. Oktober 2012

Räumungsfrist auf 31.10 verlängert

Über unseren Anwalt konnten wir erwirken, dass die
Räumungsfrist auf den 31. Oktober verlängert wurde.

Stadt fordert Räumung zum 12.10.2012

Heute (09.10.) ist das Urteil des Landgerichts
in schriftlicher Form bei uns eingegangen.

Die Stadt fordert die Räumung des Gebäudes
und des Grundstückes zu Freitag den 12. Oktober.

Falls dies nicht erfolgt, wird mit der Einleitung
der „erforderlichen rechtlichen Schritte“ gedroht…

Weitere Infos folgen.

Für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum!

Flashmob vor dem Segeberger Rathaus im November 2005

Schon damals mussten wir uns ständig der Politik der Verdrängung mit kreativen und entschlossenen Protestaktionen widersetzen. Immer wieder konnten wir das Ruder noch einmal herumreißen und eine Schließung des HaK´s verhindern. Aber es war und ist nicht einfach in Bad Segeberg etwas jenseits von Möbel Kraft, Karl-May und Schlagerpartys auf die Beine zu stellen und zu erhalten. Davon lassen wir uns jedoch nicht entmutigen!

Für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum!

Kein Tag ohne! HaK bleibt!

Kampf um Freiräume in Jena hat begonnen

Nach dem die letzten Jahre mehrere alternative Projekte geschlossen werden mussten, soll es nun bald dem Inselplatz an den Kragen gehen. Neben mehreren Redebeiträgen gab es spontan noch eine Aktion, bei der der offizielle Briefkasten der Stadt mit Protestbriefen „überflutet“ wurde. Im Anschluss zogen ca. 250 Menschen spontan mit einer Demonstration durch die Jenaer Innenstadt. Die Polizei war mit der Situation sichtlich überfordert.

- Link zum Video-Bericht über den Inselplatz

Solidarität mit dem Inselplatz in Jena!

Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Radiobeitrag über die aktuelle Situation