LN – Leserinnenbrief

Zum Artikel „Schönfeld verkauft das HaK nicht“ vom 13. Oktober und dem wieder aufkeimenden Rechtsextremismus in der Stadt:

In Bad Segeberg, ganz in ihrer Nähe, wird zurzeit ein Stück gewachsener Jugendkultur demontiert – es handelt sich um das Jugendzentrum HaK, welches für viele Heranwachsende in den letzten 13 Jahren ein wichtiger Ort für Kommunikation und Kreativität wurde und viel bedeutete.

Seit mehr als zwei Jahren setzt die Stadtvertretung, an ihrer Spitze Bürgermeister Dieter Schönfeld, alles daran, das Jugendzentrum zu schließen. Mit dem nun beschlossenen Abriss soll das historische Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.

Ebenfalls ganz in ihrer Nähe ist seit einigen Monaten vermehrt neonazistische Präsenz in Form von Plakaten und Stickern, die an Hauswänden und Laternenpfählen kleben, bis zu mehreren Informations- und Propagandaständen mitten auf Bad Segebergs Marktplatz zu beobachten, woran sich kaum jemand zu stören scheint.

Das Jugendzentrum HaK und seine Initiatoren haben sich, trotz grundsätzlicher Offenheit für alle Jugendlichen der Umgebung, immer deutlich gegen Neonazis und andere gewaltbereite, rassistisch orientierte Menschen ausgesprochen. Noch in den 90ziger Jahren, gab es eine aktive Neonaziszene in Segeberg, die sich aber mit der Etablierung des Jugendzentrums HaK zur Erleichterung vieler immer mehr zurück zog.

Seit die Stadtverwaltung den Heranwachsenden des Jugendzentrums deutlich vermittelt, dass Jugendliche ihrer Art in dieser Stadt unerwünscht sind, fühlen sich die Rechten anscheinend erneut eingeladen, in Bad Segeberg aktiv zu werden.

Ist diese Entwicklung von den Segebergern wirklich gewollt?

- Angela Marxen -