Archiv für November 2012

Route //Nazis angekündigt// gemeinsame Anreise

Die Route:
Wir treffen uns am Samstag um 14 Uhr am alten Güterbahnhof (direkt am Bahnhof Bad Segeberg). Die Route führt uns südlich um den Kalkberg herum, vom Bahnhof zum Gieschenhagen, Oldesloer Straße, Am Weinhof (Amtsgericht), und über die Lübecker Straße (da war das HAK, und das Rathaus ist auch da) bis zum Marktplatz in der Innenstadt.

Nazis:
Auch dieses Jahr haben sich Neonazis angemeldet. Unseren Informationen zufolge hat die NPD jedoch keine Kundgebung oder ähnliches angemeldet. Wir lassen uns durch Nazis und anderen Spinnern nicht von unserem Vorhaben abbringen, für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum zu demonstrieren. Bleibt in Gruppen und passt aufeinander auf.

EA:
In der Vergangenheit ist es zu Übergriffen seitens der Polizei gekommen.
Falls ihr eine Festnahme beobachtet, oder selber festgenommen werdet meldet dies beim ErmittlungsAusschuss unter der Nummer 040-43278778. Bei der Polizei müsst ihr lediglich eure Meldeadresse, euren Namen und euer Geburtsdatum angeben. Ihr habt das Recht, jegliche andere Aussage und Unterschrift zu verweigern, das solltet ihr auch tun.

Gemeinsame Anreisen gibt es aus:

Hamburg: mit dem Zug um 13:06 Uhr vom
Gleis 7 Treffpunkt Reisezentrum 12:45 Uhr
Lübeck: mit dem Zug um um 13:11 Uhr, Treffpunkt 12:55 Uhr
Bad Oldesloe: mit dem Zug um 13 Uhr 40
Kiel: mit dem Zug 12:13 Uhr Treffpunkt 12 Uhr
Neumünster: mit dem Zug um 13:30 Uhr
Norderstedt: Mit dem Bus (pünktlich!) 13.15 Uhr am Bahnhof Ochsenzoll

Mobi-Video für die Demo am 01. Dezember

Abrissbirnen gegen Selbstverwaltung

Über ein bewährtes Mittel der Politik in Schleswig-Holstein: Von Norderstedt über Glinde bis nach Bad Segeberg

Erklärung der Linksjugend [‘solid] Schleswig-Holstein:

Am 1.November 2012 wurde das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum „Hotel am Kalkberg“ (HaK) in Bad Segeberg abgerissen. Der SPD-Bürgermeister verfolgte seit Jahren eine ‘kompromisslose Politik‘ gegen das HaK und gegen die Jugend, so wurde auch die Skateranlage, ein Treffpunkt der Jugend, abgerissen und die legalen Graffiti-Flächen platt gemacht.

Über den Tag der Räumung ist auf dem blog des HaK nachzulesen: „Entgegen aller Erwartungen rückten schon am frühen Morgen die von der Stadt beauftragten Baufirmen an, um das seit 12 Jahren existierende Jugendhaus abzureißen.“

„HaK geräumt“ (3.11.12) http://hak.blogsport.de/2012/11/03/hak-geraeumt-2/

So berichte der Gegenwind (Gegenwind 210, März 2006) bereits über die Räumung des Sozialen Zentrums Norderstedt im Jahre 2005: „Nach der Übergabe wurde das Gelände hermetisch abgeriegelt und es folgte, was so viele befürchtet hatten, aber bis zum Schluss nicht hatten glauben wollten: Die von der Stadt beauftragte Firma begann […] mit dem Abriss.“ http://www.gegenwind.info/210/norderstedt.html

Die Zentren in Norderstedt und in Bad Segeberg wurden abgerissen. Die Parallele beider Ereignisse besteht jedoch nicht bloß darin, dass der Jugend ihr Haus genommen wurde, sondern auch darin, dass weder in Norderstedt noch in Bad Segeberg ein Konzept für die spätere kommerzielle Nutzung der Standorte vorlag bzw. vorliegt. In Bad Segeberg wird der Standort des HaK praktisch an das Fledermauszentrum verschenkt. Die Nutzung als Parkplatz(!) ist vorgesehen. Im bereits zitierten Gegenwindartikel wird für das Soziale Zentrum Norderstedt festgehalten: „Inzwischen klafft im Stadtbild, dort, wo das SZ einmal stand, eine große Lücke. […] Die Gründe dafür, dass das alles nun dem Abrissbagger zum Opfer gefallen ist, lassen sich nur mit politischen Motiven erklären.“

Politische Motive waren in Glinde bei Hamburg ebenfalls maßgeblich für den Abriss der Stabsgebäude auf dem ehemaligen Militärgelände verantwortlich. Eine Gruppe junger Menschen hatte im Vorfeld ein umfangreiches Konzept für ein selbstverwaltetes Jugendhaus in einem der Stabsgebäude entwickelt und politischen Druck auf die Stadtverwaltung aufgebaut. 2006 fand u.a. eine „symbolische Hausbesetzung“ statt, wie aus der Chronik des „Autonomen Zentrums Glinde“ hervorgeht: http://www.az-glinde.de.vu/

Die Konzepte zur Nachfolgenutzung der Stabsgebäude wurden immer wieder über den Haufen geworfen, bis die Gebäude schließlich abgerissen wurden. Zuletzt war ein Pflegeheim für die Nachfolgenutzung des Brachlandes, auf dem die Häuser einmal standen, im Gespräch, wobei der Investor auf mysteriöse Art und Weise verschwand. So berichtet die Bergedorfer Zeitung jüngst (1.11.12): „Die Fläche, auf der bis vor mehr als einem Jahr die Stabsgebäude standen, haben die ersten Gräser in Besitz genommen. Und bald werden wohl auch die ersten Birken wachsen.“ http://www.bergedorfer-zeitung.de/glinde/article173402/Kein_Pflegeheim_Glinder_entwickeln_Ideen_fuer_Brachflaeche.html

In Glinde ging es um den Kampf um ein Jugendhaus, nicht um die Verteidigung eines Hauses, trotzdem ist auch dieser verspätete Abriss der Stabsgebäude in Glinde im Jahre 2011 ein Zeichen für das politische Klima in Schleswig-Holstein. Es werden lieber Häuser abgerissen anstatt sie den eigenständig denkenden Jugendlichen in Selbstverwaltung zu übergeben bzw. zu überlassen.

Überall, wo die Politiker der „bürgerlichen Mitte“, egal ob CDU oder SPD, sich mit linken, unabhängigen Jugendliche konfrontiert sehen, lassen sie die Polizeiknüppel sprechen und versuchen durch Kriminalisierung und Diffamierung die Jugend, die ihr Maul noch aufreißt, klein zu kriegen.

Der Einsatz des Gewaltapparats gegen die unabhängige Jugend steigert sich zur Zerstörung der Häuser als symbolische Zerstörung der Jugendbewegung selbst. Das politische Motiv dahinter ist offensichtlich. So wird sich endlich wieder Ruhe gewünscht in der muffigen Kleinstadt. Die Jugend soll in „gesitteten Bahnen“ bleiben und durch Lehrer, Bullen, Sozialarbeiter und Vorgesetzte „gezüchtigt“ werden. Die Jugend soll sich zuvorderst unterordnen, die gesellschaftliche Fremdbestimmung bejahen oder wenigstens über sich ergehen lassen. Die Ausbildung zur dienlichen Arbeitskraft ist der Zweck der entmündigenden Institutionen, der Zweck von schulischer, betrieblicher und akademischer Ausbildung. Die absolute Flexibilität, Mobilität und ständige Weiterbildung wird uns als Selbstbestimmung des Individuums verkauft. Die Freiheit, die sie meinen, ist jedoch die Freiheit des Warenmarktes, wo die Arbeitskraft als eine Ware, wie jede andere, gilt.

Die Linksjugend [‘solid] Schleswig-Holstein beschreibt im Freiraumpapier, dass Freiräume gerade von denjenigen Menschen und Jugendlichen benötigt werden, die nichts weiter als ihre Arbeitskraft besitzen und somit vom Arbeitsmarkt und dem Konjunkturverlauf abhängig sind. Freiräume sind zu schaffen, da sie „den Menschen prinzipiell die Möglichkeit bieten, ihre Interessen und Bedürfnisse zu entwickeln und auszuleben. Dabei stoßen Freiräume immer wieder an ihre Grenzen, die durch die bürgerliche Gesellschaft gesetzt sind. Daher ist den Freiräumen im Allgemeinen eine notwendige Auseinandersetzung mit ihren eigenen Grenzen und den entsprechenden gesellschaftlichen Ursachen bzw. den zugrunde liegenden Bedingungen inhärent.“ (Freiraumposition: http://www.solid-sh.de/positionen/freiraeume/ )

Die Betonung der Grenzen von Freiräumen verweist auf ihre politische Aufgabe, die darin besteht, eine Praxis zu entwickeln, die auf die Befreiung der lohnabhängigen Klasse von all ihren Ketten abzielt, was die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung bedeutet.

Selbstverwaltete Projekte und Initiativen sind daher „denjenigen ein Dorn im Auge, welche ihre Position durch das Modell der Selbstverwaltung bedroht und untergraben sehen. Das sind diejenigen die die Mittel in der Hand haben, Anweisungen zu geben, Entscheidung über die Köpfe der Betroffenen hinweg fällen zu können, Befehle zu erteilen, ihre Sache bereits selbst verwalten oder andere damit beauftragen können. Das sind sowohl diejenigen, die die Produktionsmittel besitzen, die sich die Gewinne aneignen, die Kapital ihr eigen nennen, als auch deren höchstes Verwaltungspersonal – schlichtweg, dies ist die Klasse der Kapitalisten mitsamt ihrer Strukturen.“ (Freiraumpapier)

Indem unabhängige Projekte und Jugendkultur platt gemacht werden, spielt dies den Faschisten in die Hände. So gibt es in Bad Segeberg die berechtigte Befürchtung, dass die rechte Szene, die vor dem Bestehen des HaKs die Straßen beherrschte und Nazikader hervorbrachte, sich durch die Stadtverwaltung bestärkt fühlt. Nazis und „ganz normale Bürger“ gehen Hand in Hand, wenn es darum geht linke Projekte platt zu machen. So hat auch die NPD in Bad Segeberg eine Kundgebung gegen das HaK organisiert. In Glinde, wo es gelang der Jugendbewegung für ein selbstverwaltetes Zentrum durch offene und strukturelle Gewalt das Wasser abzugraben, gibt es nun einen Klamottenladen für Nazis, rechte Jugendliche und Erwachsene zeigen sich zunehmend selbstbewusster in Glinde. Auch hier wieder eine Parallele, die nicht zufällig zustande kommt. Denn selbstverwaltete Freiräume sind immer auch antifaschistische Zentren.

In diesem Sinne gilt für uns:

Selbstverwaltete Freiräume erkämpfen und verteidigen!

Solidarität mit den Jugendlichen und Aktiven des HaK und der Initiative für ein neues Jugendzentrum in Bad Segeberg!

Demo am 1.12. „Ein Platz für die Jugend – Demo für ein neues Jugendkulturzentrum in Bad Segeberg“: http://hak.blogsport.de/2012/11/19/kommt-am-1-12-nach-bad-segeberg/

Freiraumpapier der Linksjugend [‘solid] Schleswig-Holstein: http://www.solid-sh.de/positionen/freiraeume/

Radiointerview vom FSK mit HaK-Aktiven: „Die SPD Segeberg lässt die Polizeiknüppel sprechen: Dokumentation von Polizeigewalt und ausführliche Debatte über die Erfahrungen, Probleme und Perspektiven eines Freiraumkampfes“ http://loewenzahn.blogsport.de/2012/11/06/die-spd-segeberg-laesst-in-die-polizeiknueppel-sprechen-dokumentation-von-polizeigewalt-und-ausfuehrliche-debatte-ueber-die-erfahrungen-probleme-und-perspektiven-eines-freiraumkampfes/

- Soli-Erklärung von Solid Schleswig-Holstein vom 21.11.2012 -

Stellungnahme zu Magret Bonin´s HaK-Abriss/Holocaust-Vergleich

Am 09. November wurde erneut in Bad Segeberg an die schrecklichen Ereignisse während der Reichspogromnacht im Jahre 1938 erinnert. Dies war der Auftakt für die Massenmorde in Auschwitz-Birkenau, Treblinke, Sobibor und Majdanek.

Auch wir, die Aktiven des ehemaligen Jugendkulturzentrums (HaK), haben uns an der Mahnwache auf dem Segeberger Marktplatz beteiligt, um dort ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von dem Holocaust-Vergleich Magret Bonin´s! Was uns am 01. November angetan wurde (Polizeigewalt, Räumung und Abriss des HaK´s) war schlimm.

Aber dies mit dem systematischen Völkermord an Jüdinnen und Juden in Europa, sowie Sinti und Roma zu vergleichen, ist mehr als geschmacklos! Auch wenn sie es ausschließlich auf die Reichspogromnacht bezogen meinte, ist dies kein Vergleich!

Wir danken Magret Bonin für ihre langjährige Unterstützung, aber in diesem Punkt müssen wir ihr eindeutig widersprechen!

Die Mütter-Initiative sieht das ürigens genauso.

- Selbstverwaltete Jugend Bad Segeberg -

27.11.12: Infoveranstaltung zur Räumung des HaK, sowie der Polizeigewalt am 01. November 2012

Informationsveranstaltung zu den polizeilichen Übergriffen

am 1. November 2012 in Bad Segeberg , im Zusammenhang

mit dem Abriss des selbstverwalteten Jugendzentrums (HaK).

Dienstag, den 27. Novomber um 19:00 Uhr

Bella Donna Haus

Bahnhofstr. 12

Bad Oldesloe

Betroffene berichten !!!

01.12.12: Ein Platz für die Jugend – Demo für ein neues Jugendkulturzentrum in Bad Segeberg!

Nach dem ersatzlosen Abriss der legalen Graffiti-Flächen an den ehemaligen Silo-Türmen, dem Abriss der Skateranlage am Großen Segeberger See, wird nun auch das einzige Jugendkulturzentrum (HaK) in der Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Auf der Fläche soll ein Parkplatz für TouristInnen und BesucherInnen des Fledermauszentrums „Noctalis“ entstehen. Diese durften den großen Parkplatz neben dem Jugendkulturzentrum immer uneingeschränkt mitbenutzen, was auch völlig ausreichte.

Seit einigen Jahren findet in Bad Segeberg ein allgemeiner Verdrängungsprozess statt. Alles was kommerziell nicht verwertbar ist und dem Bild der idyllischen, konservativen Kleinstadt widerspricht, wird systematisch ausgeschlossen und zerstört.

Dies und der allgemeine Umgang mit Jugendlichen durch die Stadtverwaltung, haben uns dazu bewogen eine Demonstration anzumelden. Mit dieser Demonstration fordern wir einen Raum für die Jugend, einen Raum für Live-Musik, einen Raum zum treffen und reden, einen Raum für KünstlerInnen aller Art, einen Raum für Träume und zum träumen.

Kommt bitte alle am 01. Dezember um
14.30 Uhr zum Bahnhof in Bad Segeberg!

Dort beginnt unsere Demonstration, die uns auf einem alternativen Stadtrundgang durch Bad Segeberg an Orten vorbei führt, die in der besagten Entwicklung der letzten Jahre eine wichtige Rolle gespielt haben.

Wir werden in mehreren Zwischenkundgebungen auf ihre Geschichte und Bedeutung eingehen und richten unseren Blick hoffnungsvoll in die Zukunft.

Geht auf die Straße und fordert einen Platz für die Jugend!

Einen Platz für alle, die aus dieser Stadt verdrängt werden sollen!

Fight for your right! – Für ein neues Jugendkulturzentrum!

- EA-Nummer: 040/43278778 -

Party nach der Demo!

Nach der Demo wird es noch eine große Party geben,
also bitte nicht weglaufen und auf weitere Infos warten!

16.11.2012 Workshop

Freitag gibt es ein super graffiti_schablonen_transpi_video workshop am Lokschuppen in Bad Segeberg. Alle sind eingeladen, auch Ideen und Materialien.

HaK bleibt und wir freuen uns!

Ab 15 Uhr

23.11.2012: HaK-Soliparty in Lübeck

Liebe Leute,
es wird eingeladen zu einem wundervollen Abend im Café Brazil mit Akustik (Zeitbombe Armut und mehr) und Lounge auf die Ohren und schmackhaften Cocktails, leckerster Vokü und heftigen Kuchen!

Kommt und zwar zahlreich, bringt Freunde mit – denn mit dieser Veranstaltung unterstützt Ihr Segeberger HAKler im Kampf für ein neues alternatives Jugendkultulturzentrum und somit auch den Kampf für eine freie Jugendkultur!

Träume brauchen Räume!

Segeberger Zeitung: Berichterstattung auf allerunterstem journalistischen Niveau

Segeberger Zeitung vom 03.11.2012:

Sortiert wird später: Stadt macht kurzen Prozess mit dem HaK

Bad Segeberger Stadtverwaltung befürchtete Hausbesetzung im früheren Jugendzentrum – Gebäude wurde im Eiltempo zerstört

Bad Segeberg. Die Stadt hat mit dem Hotel am Kalkberg (HaK) gestern kurzen Prozess gemacht: Mit einem Bagger wurde das gesamte Gebäude an der Lübecker Straße innerhalb eines einzigen Tages in einen Schutthaufen verwandelt. Diese Entscheidung war gefallen, um die befürchtete Besetzung des selbstverwalteten Jugendzentrums zu vermeiden.

Von Michael Stamp

Am Donnerstag war der Beginn der Abrissarbeiten dadurch verzögert worden, dass sich sechs junge Männer im 1. Stock des Hauses verbarrikadiert hatten. Die Polizei musste über das aufgebrochene Dach einsteigen und die HaK-Unterstützer herausholen. Auf der Lübecker Straße protestierten junge Leute lautstark gegen den Abriss („HaK bleibt!“) und unterstellten den Ordnungshütern ein brutales Vorgehen. Später am Tag kam es dann vor den Rathaus zu Krawall. Die Schlüsselübergabe des HaK-Trägervereins an die Stadt geriet außer Kontrolle. Polizeihauptkommissar Andreas Wilkerling, der als Einsatzleiter fungierte, berichtet von rund fünfzig Demonstranten.

Ärger gab es, als ein junger Mann die vor dem Rathaus stehenden Polizisten im Porträt fotografierte. „Das wurde ihn untersagt“, schildert Wilkerling. „Er hat aber weitergemacht.“ Als die Beamten daraufhin den Fotoapparat einkassieren wollten, seien 20 Demonstranten auf die Polizei losgestürmt. Die Polizisten setzten Prefferspry und Knüppel ein. Unter anderem soll auch ein Mitglied der „Mütter-Initiative“ von einem Hieb getroffen worden sein. „Der ganze Vorfall hat nur ein, zwei Minuten gedauert“, schildert Wilkerling. Ein Mann sei in Gewahrsam genommen worden. Schon am Vormittag hatte es eine Festnahme an HaK gegeben.

Als am Abend der städtische Hauptausschuss tagte, gab sich eine Gruppe Demonstranten alle Mühe, die Sitzung durch laute Musik und HaK-Parolen zu stören. Bürgermeister Dieter Schönfeld hatte von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und den HaK-Unterstützern den Zugang zur – eigentlich öffentlichen – Sitzung im Bürgersaal verwehrt. „Es war aber ein Vertreter des Jugendbeirates im Saal, der auch aus der HaK-Szene stammt“, berichtet Wilkerling. „Somit war das HaK dort praktisch in der Sitzung vertreten. Das Thema stand, wie der Bürgermeister sagte, „sowieso nicht auf der Tagesordnung“.

Gestern zerlegte ein Bagger das HaK im Eilverfahren. Das ursprünglich auf dem Grundstück geplante Sortieren des Bauschutts wird nun anderswo von Hand gemacht. „Wir wollten verhindern, dass hier noch einmal eine Besetzung stattfindet“, sagt der bei der Stadtverwaltung für den Hochbau zuständige Architekt Lars Köberich. „Jetzt gibt es nur noch einen Schutthaufen auf den man sich setzen könnte.“ Die Baustelle wurde rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Wie Köberich sagte, seien nachts einige Personen vertrieben worden, die sich im Schutz der Dunkelheit von der rückwärtigen Hangseite ins HaK schleichen wollten.

Während der Bauarbeiten kam gestern zusätzlich zur Absicherung die Polizei hinzu. Es gab jedoch vor Ort keinerlei Proteste mehr. Nur einige HaK-Sympathisanten schauten vorbei – und machten sich angesichts eines Polizeihundes, dessen kritischer Blick keinerlei Humor verriet, schnell aus dem Staub. Einen taktischen Fehler beging der Baggerführer. Er parkte sein Auto direkt vor dem Bauzaun. – mit einem Aufdruck seines Namens, seiner Anschrift, seiner E-Mailadresse und seiner Handynummer.

Kaum hatte er den Greifer erstmals in Richtung HaK ausgefahren, klingelte das Handy bereits Sturm. „Jetzt rufen schon die ersten Entrechteten an!“, sagte er lachend – und machte weiter.

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