HaK geräumt

Am 1.11.2012 wurde das selbstverwaltete Jugend-Kulturzentrum „Hotel am Kalkberg“ von der Polizei geräumt. Nach jahrelangem Streit um den Erhalt der Initiative wurde das Ende des Mietverhältnisses gerichtlich beschlossen. Die 6 Personen welche versuchten das Haus gegenüber der Stadt zu verteidigen und den bevorstehenden Abriss hinauszuzögern wurden zwischen 10:00 und 11:00Uhr, teilweise gewaltsam, von der Polizei hinausbefördert. Es gab eine Gewahrsamname. Rund 20 andere Personen solidarisierten sich mit den Besetzern_innen durch ihre Anwesenheit und Stimmen. Entgegen aller Erwartungen rückten schon am frühen Morgen die von der Stadt beauftragten Baufirmen an, um das seit 12 Jahren existierende Jugendhaus abzureißen.

Gegen 16Uhr trafen sich rund 40 Sympathisanten_innen der autonomen Jugendarbeit Bad Segebergs vor dem Rathaus, um den HaK-Vorstand bei der symbolischen Übergabe der Schlüssel an die Stadt, zu unterstützen, und ihre Wut über die städtische Politik friedlich kundzugeben. Die Polizei griff kurz darauf wahllos 2 Personen aus der Menge der Demonstanten_innen, und setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Mindestens 3 Personen wurden bei diesem Übergriff leicht Verletzt. 2 weitere Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Daraufhin startete eine laute Spontandemo durch die Segeberger Innenstadt, vorbei am Hak welches nun eine von Sicherheitsdiensten bewachte Baustelle ist.

Schon jetzt meint man eine negative Veränderung in dem politischen Klima der Kleinstadt zu bemerken. Deutlich wurde dies bereits durch wiederholte NPD-Kundgebungen auf dem Marktplatz, verstärkt ist auch die Präsenz von offensichtlich rechtsradikalen Personen sowie deren rassistisch/nationalistischen Aufklebern im gesamten Stadtgebiet.

Auch der Demonstrationszug am 1.11. wurde mehrmals durch die Anwesenheit ortsansässiger Neonazis gestört, welche sich aufgrund der Polizei in Sicherheit wägten.

Bereits am 2.11. ist das Haus im Schnellverfahren komplett abgerissen worden, ohne vorherige Mülltrennung etc. Dies soll nun in erschwerter Arbeit in den kommenden Tagen passieren. Dafür kam die Stadt mit 10.000 Euro Extrakosten auf.

Diese Zustände können und wollen wir nicht akzeptieren. Wir wollen keinen grauen Parkplatz, sondern ein buntes Haus. Wir kämpfen für den Erhalt und den Aufbau von autonomen Freiräumen, in Segeberg und Überall! Kommt am 1.12. zahlreich nach Bad Segeberg!!!!