Archiv für Dezember 2012

Solidaritätserklärung des Inihauses in Bad Oldesloe

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den 90er Jahren war Bad Segeberg eine der Neonazi Hochburgen in Schleswig-Holstein. Diverse Neonazi Kader wohnten in und um Bad Segeberg. Migranten und alternative Jugendliche würden eingeschüchtert und angegriffen. Es kam zu Demonstrationen, Kundgebungen und auch der 20. April wurde mit bis zu 100 Neonazis gefeiert.

Mittlerweile gibt es immer noch einige Neonazis in und um Bad Segeberg, aber kaum organisiert und wenig aktiv. Das Hotel am Kalkberg spielte bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Durch die klare Positionierung des HaK´s und diverse Aktionen gegen Neonazis wurden sie immer weiter aus dem öffentlichen Raum gedrängt, sind ausgestiegen oder weggezogen. Auch die Rechtsradikale NPD weiß um den wichtigen Faktor eines Autonomen Jugendzentrums und versucht seit Jahren gegen das HaK zu hetzen. Dies zeigt sich auch wieder in der angemeldeten Kundgebung der NPD, die eindeutig als Provokation zu verstehen ist. Es zeigt sich ebenso wieder einmal das mangelnde Bewusstsein der Verantwortlichen der Stadtverwaltung, die jede argumentative Grundlage gehabt hätten, um die menschenverachtende Propaganda zu verhindern. Die Wichtigkeit des Hak´s und die dort politisch geleistete Arbeit wurde von den gewählten Politischen Parteien und dem Bürgermeister anscheinend komplett ausgeblendet, als über den ersatzlosen Abriss des Hotel am Kalkberg abgestimmt wurde.

Selbstverwaltung ist ein unglaublich wichtiger Faktor zur Politisierung und Förderung des kritischen Bewusstseins von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber ihrer Umwelt. Dementsprechend ist Selbstverwaltung eine der wenigen Möglichkeiten, wenn das Angebot besteht, für sich und andere Menschen Verantwortung zu übernehmen und das auch schon in jungen Jahren. Die Verwaltung eines Hauses ist für Jugendliche auf allen Ebenen förderlich.

Erschrocken und hilflos mussten wir seit Jahren die Geschehnisse rund ums HaK verfolgen. Innerhalb von wenigen Jahren wurde nun das zweite Autonome Jugendzentrum im Kreis Segeberg abgerissen. Wir als Nachbarn die sich in einem ähnlichen Projekt engagieren sind von dem Verhalten der Stadt und dem Bürgermeister tief enttäuscht. Über die letzten 10 Jahre hat sich die Stadt Bad Segeberg in der Kooperation mit alternativer Jugendkultur als absolutes Negativbeispiel herauskristallisiert. Die aktiven HaK´ler mussten immer wieder Rückschläge einstecken. Es kam zur negativen Vertragsänderung, Einschränkung der Öffnungszeiten und zur Begrenzung der Großveranstaltungen um nur ein paar Beispiele zu nennen. Somit wurde ihnen jede Freiheit und jegliche finanzielle Unabhängigkeit systematisch genommen. Nie wurde das ehrenamtliche Engagement, welches von fast allen Politikern durch die Parteien hinweg gefordert wird, akzeptiert geschweige denn geschätzt. Auch kulturell war das Hotel am Kalkberg eines der wichtigsten Autonomen Jugendzentren in Schleswig–Holstein, fast in keiner anderen Stadt gab es so viele unterschiedliche Angebote von Konzerten über Vorträge bis hin zu Straßentheater.

Nun haben wir den 1. Dezember 2012, das Hotel am Kalkberg wurde geräumt und ist abgerissen. Einen Ersatz gibt es nicht. Ein weiterer Raum für die Jugend ist verschwunden. Und diese Entwicklung scheint der Stadt Bad Segeberg durchaus Recht zu sein. Es gab keine Versuche das HAK zu unterstützen. Keine Versuche dem HAK entgegenzukommen. Nicht einmal ein Versuch Mitglieder des HAKs ernst zu nehmen und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Eine Politik nicht für, sondern gegen das HAK. Eine Politik gegen Freiräume. Eine Politik gegen die Jugend. Doch wie will sich eine Stadt entwickeln, wenn sie keinen Raum für Entwicklung lässt? Wie, wenn sie keinen Raum für die Jugend lässt? Wie will eine Stadt attraktiv auf junge Menschen und Familien mit Kindern wirken, wenn anscheinend eine der Hauptinteressen der Stadt darin besteht systematisch Räume für Jugendliche aus dem Stadtbild zu verdrängen? Wenn Jugendzentren durch Parkplätze ersetzt werden zeigt sich deutlich wo bei der Stadtentwicklung die Prioritäten liegen und wie das Engagement von Jugendlichen wertgeschätzt wird. Am Beispiel Bad Oldesloes sieht man, dass ein Kontakt von Jugendlichen und Stadtverwaltung auf Augenhöhe durchaus stattfinden kann. Probleme können ernst genommen und es kann konstruktiv nach Lösungen gesucht werden. Auch hier entstehen Probleme, aber man versucht wenigstens sie zu lösen. Im Vergleich dazu verschanzt sich Bad Segebergs Bürgermeister bei kritischen Fragen im Rathaus wie wir am 1. 11. erleben durften.

Jetzt bleibt nur noch eines zu sagen:

Für die Solidarität und das Recht auf eine
Jugendkultur, die sich frei entfalten kann.

Stay Rude!

Stay Rebel!

Stay Hak!

Massiver antifaschistischer Protest gegen den NPD-Infostand am 15.12.2012 in Bad Segeberg

Foto: Der Evil-Monkey zeigt den Nazis die rote Karte

Gestern, am 15.12.2012, fand erneut ein “Infostand“ des NPD Kreisverbandes Segeberg-Neumünster auf dem Segeberger Marktplatz statt. Bereits das dritte Mal in zwei Jahren gab es in der Kreisstadt eine Infoveranstaltung der Nationaldemokratischen Partei Deutschland. Angemeldet war der Stand vom NPD-Kreisverbandsvorsitzenden Daniel Nordhorn, welcher mit 4 anderen Neonazis gegen 10.00 Uhr anreiste.

In vorweihnachtlicher Kleinstadtidylle bauten die Neonazis, unter anderem auch Andreas Knüppel, ihren Stand am Rande des Segeberger Marktplatzes auf, während die meisten PassantInnen weiter gemütlich Glühwein tranken und Ihre Einkäufe erledigten. Nach einer kurzen Standverschönerung durch angereiste Antifaschistinnen und Antifaschisten, sowie Jugendlichen aus der Stadt, setzten die Bad Segeberger Dorfpolizisten Pfefferspray und Fäuste ein um die Rassisten zu schützen und forderten daraufhin Verstärkung von außerhalb an.

Der NPD Kreisverband Bad Segeberg-Neumünster ist einer der stärksten Verbände in Schleswig-Holstein. Nachdem die Nazis in den letzten 19 Wochen über 17 (!) ungestörte „Infostände“ in den umliegenden Dörfern abhielten, trafen sie in Bad Segeberg endlich auf Protest und Widerstand. Etwa 30 Antifaschistinnen und Antifaschisten sorgten lautstark für Störungen und verhinderten durch Ihre Präsenz das Verteilen von NPD Wahlkampfscheiße und Kontakte bzw. “Kommunikation“ zwischen Nazis und den Besucher_innen des Marktes.

Daniel Nordhorn bekam während des Standes, welcher von 10.00 bis 13.00 Uhr angemeldet war, Unterstützung von jüngeren ortansässigen Neonazis, so dass sich die Zahl der Standteilnehmer schließlich auf 9 Personen erhöhte.

Die Ignoranz der Bürger_innen, der Schutz der Polizei, sowie die Abwesenheit örtlicher Politiker waren nahezu erschreckend. Nachdem Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) beginnend mit dem Abriss der Skaterbahn am 01.11.2011 in Bad Segeberg, nun auch am 01.11.2012 das Autonome Jugend und Kulturzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) kompromisslos dem Erdboden gleichmachen ließ, gab es eine auffällig erhöhte Nazi-Präsenz in der Kreisstadt. Neben Schmierereien und etlichen Stickern erschienen immer wieder offensichtliche Neonazis am Rande von Demonstrationen der HaK-UnterstüzerInnen und versuchten diese zu provozieren.

Schließlich hat Herr Schönfeld mit dem Abriss des HaK´s nicht nur der Segeberger Jugend ihr Zuhause genommen, sondern auch einen Freiraum für antifaschistische Initiativen und linke Kultur zerstört. Somit hat er die Forderungen der NPD, welche seit Jahren gegen das Hotel am Kalkberg hetzen (siehe Infostand im Juni 2011), erfüllt. Die Situation in Bad Segeberg, die groteske und ignorante Politik, sowie die vermehrten „Aktionen“ der Neonazis, sind mehr als beunruhigend. Deswegen bitten wir um Eure Unterstützung!

Kein Fußbreit den Faschisten!
Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Freiräume bleiben, Nazis vertreiben!

Einen weiteren Artikel, sowie Bilder findet ihr auf Indymedia:

(https://linksunten.indymedia.org/de/node/73941)

15.12.2012: NPD-Infostand in Bad Segeberg

Für Samstag den 15. Dezember, hat der Ortsverband der NPD Segeberg-Neumünster erneut einen Infostand auf dem Bad Segeberger Marktplatz (am Wendehammer) von 10.00 – 13.00 Uhr angemeldet.

Das ist bereits das dritte Mal in zwei Jahren, dass die NPD auf dem Marktplatz präsent ist. Außerdem wurden in dieser Zeit duzende Infostände im gesamten Kreisgebiet durchgeführt.

Die NPD feiert den Abriss des selbstverwalteten Jugendkulturzentrums (HaK) als großen Sieg und hofft nun nach langer Zeit der Inaktivität, wieder in Bad Segeberg Fuß fassen zu können.

Viele Bürgerinnen und Bürger schauen einfach weg, wenn Nazis auf offener Straße ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten, welche zu etlichen Morden und Anschlägen auf MigrantInnen und Andersdenkende ihren ideologischen Teil beigetragen hat.

Wir tun das nicht! Wir wollen dass die Rechnung der Nazis nicht auf geht!

Seid laut, seid lästig, seid entschlossen!

Kein Fußbreit den Faschisten!

22.12.2012: Bad Ass Evening in Lübeck!

Die Punk-Apokalypse im VEB Lübeck!

Beginn Pünktlich um 21:00!

mit:

KRACH, der Name ist Programm – Bad Segeberg

http://www.myspace.com/krachSegeberg

One Eggs, beinahe schon Rockstarsn – Bad Segeberg

http://www.myspace.com/oneeggs

Prekariat, Deutschpunk wie er sein sollte – Neumünster

http://kdw-neumuenster.de/wp-content/uploads/2012/02/Prekariat_Bandfoto_640.jpg

Topfidel, „Brüllabfuhrs Erbe“, endlich mal ne gute Band aus Gadebusch

http://sphotos-a.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash3/545018_372384859493982_1973059665_n.jpg

The Vasec’s, Punkrockmit englischen Texten – Lübeck

http://vasecs.bandcamp.com/

Stay Rude! Stay Rebel! Stay Punk!

Das HaK ist tot! Es lebe das HaK!

Solidarität aus St. Pauli

Am 1.12. Kurz vor der Demo wurde im
Millerntor Stadion ein Soli Banner entrollt.

Vielen Dank dafür!

Gebäude sind vergänglich, HaK bleibt!!!

350 Menschen für neues Alternatives Zentrum

Demospitze

Infoarchiv Norderstedt

Mehrere hundert Menschen haben heute (01.12) in Bad Segeberg für ein neues, selbstverwaltetes Jugendzentrum demonstriert. Sie reagierten damit auf Räumung und Abriss des linksalternativen Hotel am Kalkberg (HaK). Polizeikräfte in Kampfmontur, hinter dem Demonstrationszug.

Überzogener Polizeieinsatz – Circa 300 Beamte im Einsatz

Die auch aus Bad Oldesloe, Hamburg und Lübeck angereisten TeilnehmerInnen versammelten sich zunächst am ehemaligen Güterbahnhof zu einer Kundgebung und zogen dann auf einer längeren Route um den Kalkberg. Zwischenkundgebungen wurden unter anderem vor dem Amtsgericht, einem zwischenzeitlich aus Ausweich-Objekt gehandelten Gebäude und dem HaK-Grundstück gehalten. Begleitet wurde der Aufzug von einem fast schon grotesken Polizeiaufgebot: Drei Wasserwerfer und mehrere Hundertschaften Bereitschaftspolizei sorgten dafür, dass sich kaum ein Passant näher an den Aufzug heranwagte – verschafften der Demonstration aber auch erhöhte Aufmerksamkeit.

Derweil erhoben Aktive des „Hotels“ und SympathiesantInnen in verschiedenen Redebeiträgen erneut Vorwürfe gegen Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) und die Segeberger Stadtverwaltung. Die nämlich würden nicht in ihr engeres Konzept passende Jugendeinrichtungen konsequent und alternativlos aus der Stadt drängen – auch gegen offizielle Beschlusslagen. So habe die Stadtvertretung einst den Auftrag erteilt, mit dem HaK über einen neuen Nutzungsvertrag zu verhandeln – was Schönfeld bekanntlich nie wirklich umgesetzt hat. Außerdem sei die Skateranlage an der Backofenwiese abgerissen- und trotz entsprechender Ankündigung nicht an anderer Stelle wieder eingerichtet worden. Sowohl das HaK, als auch die Skateranlage werden übrigens durch Parkplätze ersetzt.

Zur Demo aufgerufen hatten verschiedene linke Gruppen, die HaK-AktivistInnen selbst, aber auch die Partei DIE LINKE und die Segeberger Jusos, sie alle fordern jetzt ein neues, selbstverwaltetes Jugendzentrum. In einem Aufruf kritisierte der SPD-Nachwuchs indirekt auch „seinen“ Bürgermeister Dieter Schönfeld: „Über Jahre hinweg wurde die ´Idee Hotel am Kalkberg´ an Maßstäben seitens der Politik festgemacht, die weder gerechtfertigt, noch angemessen waren. Hier hätten wir uns mehr Vernunft und Zugeständnisse von denen erwartet, die dies von den Jugendlichen immer eingefordert haben.“ Wenn man einerseits bei der Jugendarbeit spare, stattdessen aber Projekte wie das Millionengrab FehMare, das hochdefizitäre Noctalis oder auch die Seepromenade in den Mittelpunkt der eigenen Politik stelle, „muss etwas aus dem Lot geraten sein“, so Juso-Sprecher Alexander Wagner.

www.infoarchiv-norderstedt.org